Buchempfehlung: »Die Gewaltlosen« von Ludwig Rubiner

Das wohl wichtigste Werk des Vorläufers des Dadaismus
in einer Originalausgabe

Autor Ludwig Rubiner | Berlin, Sommer 2010
Ludwig Rubiner, Neuauflage im Original, Deutsche Literaturgesellschaft

Rubiner selbst bezeichnet das Stück als »Legende«:

»Die Personen des Dramas sind die Vertreter von Ideen. Ein Ideenwerk hilft der Zeit, zu ihrem Ziel zu gelangen, indem es über die Zeit hinweg das letzte Ziel selbst als Wirklichkeit aufstellt.«

Gegen Ende seines Dramas opfern drei Personen – die »Gewaltlosen« – ihr Leben und bezeugen damit die Kraft der Gewaltlosigkeit. Ihr Tod macht das Volk einsichtig und stiftet Verbrüderung: »Die Führer sind tot«, so spricht eine der Personen und fährt fort: »Aber spür in deiner Hingabe ihren Geist: ewig lebend unter uns handelt ihr unsterblicher Wille.« In der letzten Szene sagt »Der junge Mensch«: »Ich bin am Anfang. In dieser Stunde bin ich geboren.«

Über den Autor

Ludwig Rubiner, 1881 als Sohn ostjüdischer Eltern in Berlin geboren, studierte ab 1902 an der Universität Berlin zunächst Medizin, wechselte jedoch an die philosophische Fakultät und studierte Musik, Kunstgeschichte, Philosophie und Literatur. Bereits seit 1904 veröffentlichte er Gedichte, schrieb ab 1906 als Kritiker und Essayist für Zeitschriften wie Pan, Der Sturm und Morgen und brachte 1910 seinen ersten Kriminalroman Die indischen Opale heraus. Zwei Jahre später zog Rubiner in die Kunstmetropole Paris. Hier berichtete er für mehrere Zeitschriften vom Kulturleben der französischen Hauptstadt. 1915 verließ Rubiner Frankreich und emigrierte als radikaler Kriegsgegner in die Schweiz. Ende des Jahres 1918 wurde er als Sympathisant der russischen Revolution aus der Schweiz ausgewiesen und zog zurück nach Berlin. Hier wurde er Mitbegründer vom Bund für proletarische Kultur und des Proletarischen Theaters, welches in Fabriken Stücke wie zum Beispiel Freiheit von Herbert Kranz zeigte. Durch die Auflösung des Bundes und des Theaters konnte das Stück »Die Gewaltlosen« jedoch nicht mehr aufgeführt werden. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens und in der Literaturwelt anerkannt, erlag Ludwig Rubiner 1920 einer wochenlangen Lungenkrankheit.

Ludwig Rubiner: »Die Gewaltlosen«, Taschenbuch, ISBN 978-3-86215-046-5
Erhältlich in jeder Buchhandlung und auf Rechnung bei uns.