Bibliothek des Romanischen Cafés

Gegen das Vergessen

Bibliothek der Deutschen Literaturgesellschaft, »Romanisches Café«

In unserer neu aufgelegten »Bibliothek des Romanischen Cafés« veröffentlichen wir nicht nur Bücher, die das Café, seinen Alltag und seine Schriftsteller (und was nach dem Krieg aus ihnen wurde) zum Thema haben. Wir veröffentlichen über einen Zeitraum von mehreren Jahren auch besonders wertvolle Werke, die der Bücherverbrennung oder der Verbannung zum Opfer fielen – gegen das Vergessen.

Der berühmteste Roman der Friedensnobelpreisträgerin Suttner

Aus der Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés«: Die Waffen nieder (Bertha von Suttner)

Bertha von Suttner, ihr Buch »Die Waffen nieder« erschien in einer Neuauflage in der Deutschen Literaturgesellschaft

»Die Waffen nieder!« ist einer der berühmtesten Anti-Kriegsromane der Geschichte. Die Erstausgabe erschien 1889 und wurde bis heute in über 16 Sprachen übersetzt, von den Nationalsozialisten verbannt und bei der Bücherverbrennung 1933 öffentlich verbrannt.

Das Buch schildet aus der Ich-Perspektive das Leben der aus Wien stammenden Gräfin Martha Althaus im Kontext von vier Kriegen. Im Sardinischen Krieg von 1859 zwischen Österreich und Sardinien sowie Preußen verliert Martha im Alter von 19 Jahren ihren ersten Mann. Sie wird daraufhin zur überzeugten Pazifistin. Ihr zweiter Mann Baron Friedrich Tilling teilt ihre Ansichten, obwohl er selbst Offizier in der Armee Österreichs ist. Er beginnt, sich aus der Armee zurückzuziehen, um Marthas Friedensaktivitäten zu unterstützen. Als sie sich 1870 bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges in Paris aufhalten, wird ihr Mann wegen des Verdachts, ein preußischer Spion zu sein, festgenommen…

ISBN 978-3-940490-45-2, Taschenbuch, Preis: 14,80 €

Der Schlüsselroman war gleichzeitig Essigs größter Erfolg

Aus der Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés«: Der Taifun (Hermann Essig)

»Der Taifun« von Hermann Essig, in einer Original-Neuauflage in der Deutschen Literaturgesellschaft erschienen

»Ich würde wahnsinnig gern weitere Stücke lesen,
weil mich dieser Sprachrhythmus verhext hat…
Dass Essig nicht mehr verschwinden darf, ist klar«.

Martin Walser

ISBN 978-3-940490-39-1, Softcover, 16,80€

Arthur Schnitzler erzählt auf unvergleichliche Weise von Casanova

Aus der Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés«: Casanovas Heimfahrt (Arthur Schnitzler)

Arthur Schnitzler mit seinem Buch »Casanovas Heimkehr«. Erschienen in der Deutschen Literaturgesellschaft

Schnitzler erzählt mit unverkennbarer Sympathie von der Heimkehr des alternden Casanova nach Venedig, der feststellen muß, dass sein Name keine Ehrfurcht mehr erweckt und er selbst immer mehr zum Schatten, ja zur Parodie seiner Legende wird.

In seinem dreiundfünfzigsten Lebensjahre, als Casanova längst nicht mehr von der Abenteuerlust der Jugend, sondern von der Ruhelosigkeit nahenden Alters durch die Welt gejagt wurde, fühlte er in seiner Seele das Heimweh nach seiner Vaterstadt Venedig so heftig anwachsen, daß er sie, gleich einem Vogel, der aus luftigen Höhen zum Sterben allmählich nach abwärts steigt, in eng und immer enger werdenden Kreisen zu umziehen begann. Während eines kurzen Zwischenaufenthaltes verfällt er dem Zauber einer jungen Frau. Nur durch List gelangt er in den Genuß einer Liebesnacht. Und was er in Marcolinens Blick las, war nicht, was er tausendmal lieber darin gelesen: Dieb - Wüstling - Schurke -; er las nur das eine -, das ihn schmachvoller zu Boden schlug als alle andern Beschimpfungen vermocht hätten - er las das Wort, das ihm vor allen das furchtbarste war, da es sein endgültiges Urteil sprach: Alter Mann.

ISBN 978-3-86215-006-9, Taschenbuch, Preis: 9,80 €

Ein Ideenwerk, heute aktueller denn je

Aus der Reihe »Bibliothek des Romanischen Cafés«: Die Gewaltlosen (Ludwig Rubiner)

Ludwig Rubiner mit »Die Gewaltlosen«, neu aufgelegt in der Deutschen Literaturgesellschaft, Berlin

Rubiner selbst bezeichnet das Stück als »Legende«:

»Die Personen des Dramas sind die Vertreter von Ideen. Ein Ideenwerk hilft der Zeit, zu ihrem Ziel zu gelangen, indem es über die Zeit hinweg das letzte Ziel selbst als Wirklichkeit aufstellt.«

Gegen Ende seines Dramas opfern drei Personen – die »Gewaltlosen« – ihr Leben und bezeugen damit die Kraft der Gewaltlosigkeit. Ihr Tod macht das Volk einsichtig und stiftet Verbrüderung: »Die Führer sind tot«, so spricht eine der Personen und fährt fort: »Aber spür in deiner Hingabe ihren Geist: ewig lebend unter uns handelt ihr unsterblicher Wille.« In der letzten Szene sagt »Der junge Mensch«: »Ich bin am Anfang. In dieser Stunde bin ich geboren.«

Über den Autor

Ludwig Rubiner, 1881 als Sohn ostjüdischer Eltern in Berlin geboren, studierte ab 1902 an der Universität Berlin zunächst Medizin, wechselte jedoch an die philosophische Fakultät und studierte Musik, Kunstgeschichte, Philosophie und Literatur. Bereits seit 1904 veröffentlichte er Gedichte, schrieb ab 1906 als Kritiker und Essayist für Zeitschriften wie Pan, Der Sturm und Morgen und brachte 1910 seinen ersten Kriminalroman Die indischen Opale heraus. Zwei Jahre später zog Rubiner in die Kunstmetropole Paris. Hier berichtete er für mehrere Zeitschriften vom Kulturleben der französischen Hauptstadt. 1915 verließ Rubiner Frankreich und emigrierte als radikaler Kriegsgegner in die Schweiz. Ende des Jahres 1918 wurde er als Sympathisant der russischen Revolution aus der Schweiz ausgewiesen und zog zurück nach Berlin. Hier wurde er Mitbegründer vom Bund für proletarische Kultur und des Proletarischen Theaters, welches in Fabriken Stücke wie zum Beispiel Freiheit von Herbert Kranz zeigte. Durch die Auflösung des Bundes und des Theaters konnte das Stück »Die Gewaltlosen« jedoch nicht mehr aufgeführt werden. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens und in der Literaturwelt anerkannt, erlag Ludwig Rubiner 1920 einer wochenlangen Lungenkrankheit.

ISBN 978-3-86215-046-5, Taschenbuch, Preis: 9,80 €

Das Romanische Café

Die Geschichte des Künstlertreffs im Berlin der 20er Jahre – mit einer Beschreibung von Erich Kästner

Das Romanische Café, Künstlertreff der 20er und 30er Jahre

Vis-à-vis der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dort, wo heute die Deutsche Literaturgesellschaft im Europa-Center ihren Hauptsitz hat, stand es in den 30er Jahren: Das »Romanische Café«. Im bevorzugten Künstler- und Intellektuellentreff verkehrten unter anderem Stefan Zweig, Erich Kästner, Ernst Deutsch, Gottfried Benn, Joachim Ringelnatz, Irmgard Keun und Grete Mosheim, Billy Wilder und Erich Maria Remarque.

Zugleich war es erste Anlaufstelle für werdende Autoren, die erste Kontakte suchten. Das Romanische Café…



Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, in einem Grußwort an die Deutsche Literaturgesellschaft

Grußwort

Das Romanische Café ist ein hervorragendes Projekt. Im Namen des Zentralrats der Juden in Deutschland aber auch ganz persönlich danke ich allen Mitwirkenden und Unterstützern von ganzem Herzen. Grußwort lesen


Charlotte Knobloch
Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland

































Martin Walser über Hermann Essig (Deutsche Literaturgesellschaft

Martin Walser über Essig

Ich würde wahnsinnig gern weitere Stücke lesen, weil mich dieser Sprachrhythmus verhext hat… Dass Essig nicht mehr verschwinden darf, ist klar!


Martin Walser
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